Schlagwort-Archive: News

Erschienen: Alpträume in Norwegen

In seinem Debütroman entwirft Max P. Becker ein komplexes Psychogramm, dessen Schrecken sich vorrangig in den inneren Welten der Protagonisten abspielen.

AiN1

„Die Ureinwohner Norwegens, die Lappen, die noch weiter im Norden leben, nennen das Wesen, das im Inneren der Schneestürme lebt, Witiko.“ Ragnar hechelte, als renne er um sein Leben. Dabei hielt er sich nur an den Seiten des Schlittens fest und sah dabei nicht einmal besonders angestrengt aus. „Das Wort bedeutet: ‚Er, der einsam schreitet‘. Dieser Geist soll ein Mischwesen sein; halb Mensch, halb Hirsch. Angeblich ernährt er sich von gefrorenem Menschenfleisch. Und dann wird wieder eine arme Seele, die vor ihrer Zeit gestorben ist, von dem Sturm mitgerissen. All jene, die ihm freiwillig folgen, so heißt es, sind immun gegen jegliche Kälte. Eine Eigenschaft, die wir hier wohl alle gut gebrauchen könnten.“
Matilde schwieg. Sie ließ sich das Gesagte durch den Kopf gehen und schaffte es nicht, etwas zu erwidern.“
.

Nach einer Zugkatastrophe sitzt die junge Jägerin Matilde Visconti im norwegischen Lom fest. Inmitten der verschneiten Einöde kämpft sie mit der Last ihres Gewissens. Ihr Leidensgenosse Rick Fairwell ringt seinerseits mit dem Wahnsinn, der sich bis zur Auflösung seiner Identität emporschraubt. Kreis um Kreis rücken die beiden näher aneinander, bis Realität und Vorstellung zu einer grotesken Einheit verschmelzen

Bestellen sind möglich über das Bestellformular oder durch eine Mail an joerg(at)the-house-of-usher.de

Advertisements

Ankündigung: ARKHEIM

Things to come …

arkheim-anzeige


Erhältlich: DER GELBE TRAUM

Das neue Buch der Goblin-Press, DER GELBE TRAUM, ist erhältlich und kann über das Bestellformular geordert werden.

ANZEIGE Der gelbe Traum gelb


Interviewt

Unlängst aufgenommen und nun veröffentlich, wurde ein Interview, dass auf dem diesjähren BuCon in Dreieich von Axel Weiß geführt wurde. Im Mittelpunkt natürlich die Goblin-Press und der akutelle Titel ALRAUNE UND DER GOLEM. Das Interview gibt es unter Interview mit Jörg Kleudgen und Eric Hantsch. Der Podcast ARKHAM INSIDERS ist überdies immer einen Klick wert!


Vorschau ALRAUNE UND DER GOLEM

ALRAUNE UND DER GOLEM heißt ein Band, der in der Goblin-Press in Vorbereitung ist. Lars Dangel hat eines der letzten Exemplare dieses 1921 erschienen Romans zum gleichnamigen Film entdeckt, der als eines der großen Rätsel der Filmgeschichte gilt, existieren doch außer der Literaturvorlage lediglich Plakate, aber keine Standbilder oder zeitgenössische Kritiken. Der Film wird wohl – falls er überhaupt jemals gedreht wurde – für alle Zeit verloren bleiben, aber der Roman lässt seine Bilder vor unseren Augen wiederauferstehen. Er erscheint zum Buchmesse-Con am 17.10.2015 in Dreieich.

Golem

Der Zug war am Galgenberg angelangt. Die Fackelträger bildeten einen Halbkreis. Das Licht der Fackeln reichte nicht aus, um die grausige Stätte ganz zu erhellen. Michael wusste wohl, was ihm bevorstand, aber er bewahrte gewaltsam seine Ruhe. Da trat eine Kuttengestalt vor ihn hin und fragte mit dumpfer, hohler Stimme:
„Ich frage Dich nochmals, Michael, ob Du Dich schuldig hältst.“
Ein hartes „Nein“ war die Antwort. Der Kuttenträger gab den bereitstehenden Henkersknechten einen Wink. Da packten sie den Zigeuner und führten ihn unter den Galgen. Michael wurde sich erst jetzt bewusst, wie fürchterlich das Sterben sei. In ohnmächtigem Zorn versuchte er, sich los zu reißen, schlug mit den Füßen um sich und schrie verzweifelt auf. Es nutzte ihm nichts. Die Henkersknechte schleiften ihn mit Gewalt bis an den Platz, wo ihm die Schlinge um den Hals gelegt wurde. In diesem Augenblick krachte ein gewaltiger Donnerschlag mit einem grell aufzuckenden Blitz fast zu gleicher Zeit. Michaels Züge waren fürchterlich verzerrt. Nochmals schrie er in seiner Todesangst auf, aber die Schlinge um seinen Hals erstickte jäh seinen furchtbaren Schrei. Die Fackelträger senkten die Fackeln.
Der Sturmwind heulte und klagte ein schauriges Lied. Oben am Galgen hauchte Michael sein Leben aus. Die Männer in den Kutten wandten sich wieder dem Tal zu
.